Walborg Schröder redet vor Gedenkenden mit Regenschirmen auf dem Friedhof.


8. Mai 2019 – Tag der Befreiung vom Faschismus

Friedhof Leverkusen-Manfort

Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus gedachte die Kulturvereinigung Leverkusen gemeinsam mit der «NEIN-Initiative Leverkusen gegen Faschismus und Diktatur in der Türkei», der Deutsch-Russischen Gesellschaft e.V. und der DKP Leverkusen der in Leverkusen umgekommenen, meist osteuropäischen Zwangsarbeiter, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.

Gedenkfeier für 71 Opfer der SS
am Wenzelnberg

Gedenkveranstaltung am Wenzelnberg

 

Den Toten zum Gedenken – Den Lebenden zur Mahnung

Am 13. April 1945, kurz bevor die Alliierten das Bergische Land erreichten, wurden von den Nationalsozialisten in einer Schlucht des Wenzelnberges 71 Wider­stands­kämpfer und Zwangsarbeiter verschiedener Gefängnisse der Region ohne Prozess hingerichtet und verscharrt.

Wir tragen nicht die Verantwortung für das, was unsere Vorfahren taten. Aber wir tragen die Verantwortung für das was wir tun, oder auch nicht tun, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.

 

Menschen mit Regenschirmen vor Kirchenmauer. Eingefügter Text: «28. Mahnwache in Bergisch Gladbach. Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus Für Toleranz und soziale Gerechtigkeit. Text der Mahn- und Gedenktafel Stellawerk an der Richard-Zander-Straße in Bergisch Gladbach: ‹Hier auf dem ehemaligen Gelände des Stellawerkes wurden 1933 durch die SA Kommunisten gefangen gehalten und misshandelt. Jüdische Bürger wurden 1941 hier zwangsinterniert und anschließend in Konzentrationslager deportiert.›».


Anlässlich der Pogromnacht vom 9. November 1938

«Gegen Ausländerfeindlichkeit und
Rassismus, für Toleranz und
soziale Gerechtigkeit»


Seit 28 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogrom­nacht vom 9. November 1938, als in Deutschland Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand ge­steckt wurden. Das Signal für die industrielle Massenvernichtung von Menschen jüdischen Glaubens war gegeben.

Logo: Unruhestiften. Lärmendes Klavier (Flügel). 

Die Sprache gehört uns


Der Missbrauch der Sprache zur Polarisierung gesellschaftlicher Konflikte, zur Ausgrenzung ethnischer, religiöser oder sozialer Teile der Bevölkerung ist nicht neu.

Auch in der jüngsten Vergangenheit, im Zeitalter des Neoliberalismus, gibt es zahlreiche Beispiele dafür. Neoliberalismus steht für grenzenlose Profitmaximierung, für Beseitigung jeglicher staatlicher Schranken, für die totale Liberalisierung von Dienstleistungen sowie aller Kapital- und Warenströme.

Der Erfolg des Neoliberalismus erfordert die Spaltung der Gesellschaft, die Ausgrenzung von Arbeitslosen und Armen, in der dritten Welt das schulterzuckende Verhungern-lassen zigtausender Menschen.

Zum 10. Todestag am 6. Juni 2018

Porträt Karl Heinz Schröder.

Karl Heinz, in einer Remscheider Arbeiterfamilie im 19. Dezember 1929 geboren, hat als junger Schlosser wie viele andere seines Jahrgangs aus dem zweiten Weltkrieg, den er mit all seinen Schrecken und Bombardierungen seiner Heimatstadt erlebte, den Schluss gezogen: «Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!»

Er hat sich politisch aktiv in der Arbeiterbewegung, der damaligen antifaschistischen Jugendorganisation, der FDJ, in der Gewerkschaftsjugend des DGB und in der Partei der Arbeiterklasse, der KPD, engagiert. Karl Heinz war FDJ-Gruppenleiter, Betriebsjugendsprecher, Mitglied des Ortsjugendausschusses der IG Metall Remscheid, FDJ-Kreissekretär, Landesinstrukteur und ab 1951 Mitarbeiter des Zentralbüros der FDJ und hat so einen beachtlichen persönlichen Anteil an der Entwicklung der fortschrittlichen Jugendbewegung in unseren Land, an den damaligen Bewegungen für die Einheit Deutschlands und gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik.

Als zentraler FDJ-Funktionär hat Karl Heinz der aufgezwungenen Illegalität neue Möglichkeiten für den Kampf junger Menschen für Frieden und Völkerverständigung entwickelt. Sein Anteil an der Entstehung eines wirkungsvollen Bündnisses für die Teilnahme bundesdeutscher Jugendlicher an den Weltfestspielen bleibt ebenso in Erinnerung wie sein späteres initiierendes aktives Wirken an der Entstehung und Entwicklung der bundesdeutschen Ostermarschbewegung.

Gedenkfeier am 19. Mai 2018

Grabstätte mit roten Nelken.

Mit einem stillen Gedenken auf dem Friedhof Leverkusen-Manfort begann am 19. Mai 2018 die Gedenkfeier zum Tag der Befreiung. «Im Gedenken an die in Leverkusen verstorbenen meist osteuropäischen Zwangsarbeiter, die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Allein hier wurden mehr als 200 Erwachsene und 70 Kinder beigesetzt.» steht auf dem Gedenkstein.


Etwa 40 Menschen hatten sich im Volkshaus der Kulturvereinigung Leverkusen eingefunden. Veranstalter waren Kulturvereinigung Leverkusen, NEIN-Initiative Leverkusen und DKP Leverkusen.

Am 8. Mai 1945 hatte die Antihitler-Koalition den deutschen Faschismus besiegt

 Gedenkende. Walborg redet.

Walborg Schröder,  Ehrenvorsitzende der Deutsch- Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V., sprach am 8. Mai 2018, dem Tag der Befreiung, auf dem Friedhof in Leverkusen-Manfort. Wir dokumentieren:

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kulturvereingung Leverkusen,
der NEIN-Initiative und der Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V.,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

lassen Sie mich mit einem Bild beginnen. Es ist der 8. Mai 1945. Lange Kolonnen sowjetischer Panzer und Lastwagen rollen durch unser Dorf in Sachsen. Wir Kinder, meine Schwester, mein Bruder und ich, im Alter von 10 bis 14 Jahren, stehen am Gartenzaun und freuen uns: jetzt ist der Krieg endlich vorbei, keine Bomben und Tote mehr. Die sowjetischen Soldaten haben uns vom Faschismus befreit. Meine Mutter gibt uns Tulpen aus dem Garten, und wir werfen sie den sowjetischen Soldaten auf ihren Panzern zu.

 Junge Musizierende.

Den Toten zum Gedenken
Den Lebenden zur Mahnung

Am 13. April 1945, kurz bevor die Alliierten das Bergische Land erreichten, wurden von den Nationalsozialisten in einer Schlucht des Wenzelnberges 71 Wider­stands­kämpfer und Zwangsarbeiter verschiedener Gefängnisse der Region ohne Prozess hingerichtet und verscharrt.

Wir tragen nicht die Verantwortung für das, was unsere Vorfahren taten. Aber wir tragen die Verantwortung für das was wir tun, oder auch nicht tun, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.

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Das am 14. Sep­tem­ber 1947 in der Wenzeln­berg­schlucht bei Lan­gen­feld er­richtete Mahn­mal dient dem ehren­den Geden­ken der dort am 13. April 1945 von den Nazis ermor­de­ten 71 Menschen, es wurde im Laufe der Jahre mehr­fach verändert.