Gedenkende vor dem Mahnmal.

Gedenken auf dem Friedhof
Leverkusen-Manfort

Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus gedachten Mitglieder der «Kulturvereinigung Leverkusen» gemeinsam mit der «NEIN-Initiative Leverkusen gegen Faschismus und Diktatur in der Türkei» der in Leverkusen umgekommenen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Ein Vertreter der «NEIN-Initiative» und die Ehren-Vorsitzende der «Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr» hielten die Gedenkreden für die auf dem Manforter Friedhof liegenden über 200 Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und 70 Kinder, die in ihrer Mehrzahl aus Osteuropa hierhin verschleppt und hier ermordet wurden.

– Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg! –

Text und Foto: Klaus Müller



 

Nicht in jedem Fall ist Toleranz die beste Antwort auf Intoleranz.

Prof. Dr. Rainer Forst (Goethe Universität) stellt fest: Nicht in jedem Fall ist Toleranz die beste Antwort auf Intoleranz.

Folgend ein Auszug seiner Schrift: ...Diese Toleranzbegründung, die der Respekt-Konzeption entspricht, ist diejenige, die die Paradoxien der Toleranz bestmöglich auflösen kann. Mit Bezug auf die Paradoxie des toleranten Rassisten impliziert sie, dass auch an Ablehnungen minimale normative Kriterien und Rationalitätsstandards anzulegen sind, so dass in Fällen von Rassismus die Forderung, der Rassist möge doch tolerant sein, die falsche Forderung ist, da man damit seine ablehnenden Vorurteile als im sozialen Rahmen hinzunehmende Urteile ansehen würde. Diese aber stellen selbst das Problem dar: Ein Rassist sollte seine rassistischen Ablehnungen überwinden, nicht »tolerant« sein. Dies zeigt: Nicht in jedem Fall ist Toleranz die beste Antwort auf Intoleranz. Die Paradoxie moralischer Toleranz wäre daher so aufzulösen, dass eine allgemeine Form des demokratischen Respekts unter Bürgern es erfordert, all die Überzeugungen und Praktiken zu tolerieren, die nicht gegen diesen Respekt – oder das Rechtfertigungsprinzip – verstoßen, obwohl man sie ansonsten vollständig oder teilweise ablehnen mag und ethisch falsch findet. Die Paradoxie der Grenzziehung wäre vermieden, wenn die Gründe, die die Grenzen der Toleranz markieren, sich selbst am Prinzip des demokratischen Respekts orientierten und die Grenze dort zögen, wo das Recht auf Rechtfertigung oder grundlegende Bürgerrechte verletzt werden.

Prof. Dr. Rainer Forst,43, befasst sich intensiv mit Grundfragen der politischen Philosophie, insbesondere mit den Begriffen Gerechtigkeit, Demokratie und Toleranz. Der Wissenschaftler wird zur jüngeren Generation der »Frankfurter Schule« gezählt. 2003 habilitierte sich Forst mit der Arbeit »Toleranz im Konflikt. Geschichte, Gehalt und Gegenwart eines umstrittenen Begriffs« aus:

http://www.forschung-frankfurt.uni-frankfurt.de/36050615/Die_Ambivalenz.pdf? http://www.fb03.uni-frankfurt.de/42417877/publikationen

Menschen vor Kirchenmauer, Gewerkschaftsfahne, Walborg redet.

Erinnern für die Zukunft

Samstag, 5. November 2016, 11:00 Uhr bis ca. 12:00 Uhr, auf dem Gelände der Kirche St. Joseph

Seit mittlerweile 26 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogrom­nacht vom 9. November 1938, als in vielen deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt wurden. «Der 9. November 1938 ist ein historischer Wendepunkt. Er markiert den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden hin zur systematischen Verfolgung und industriellen Ver­nichtung», so Jörg Mährle vom DGB Köln-Bonn, «was mit hasserfüllten Worten begann, endete in einer rassistischen Massenvernichtung.»

Fotomontage.

1936 - 2016

Vor 80 Jahren:

Beginn des Bürgerkrieges in Spanien. Die Ouvertüre zum 2. Weltkrieg.

Wir erinnern.

Ensemble «Projektgruppe Ernst Toller» Wuppertal

Bertolt Brecht und Margarete Steffin:

Die Gewehre der
Frau Carrar

Mit Gedichten von Pablo Neruda und Erich Arendt und Liedern aus der Sammlung «Canciones de las Brigadas Internationales»

Donnerstag, 2. Juni 2016, 19.30 Uhr
Café Ada, Wiesenstr. 6, 42105 Wuppertal
Eintritt frei. Spende für den Ada- Förderverein erbeten.

 


 

Gedenkstein Friedhof Lev.-Manfort

Gedenken an die sowjetischen Zwangsarbeiter und Zwangs­arbei­terinnen

Mitglieder der Kulturvereinigung Leverkusen gedachten auf dem Friedhof Leverkusen-Manfort der Opfer des Faschismus. In Fabriken der IG-Farben (Heutige Nachfolgefirmen sind Bayer, BASF u.a.) wurde das Giftgas für die Vernichtung von vielen Millionen Menschen produziert, während gleichzeitig Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in vielen Betrieben, so auch in Leverkusen, oft bis zur völligen Erschöpfung und Vernichtung, schuften mussten.

Gedenkende an der fahnengeschmückten Gedenkstätte.

Gedenkfeier für 71 Opfer der SS am Wenzelnberg

18.04.2016 | Am Sonntag war die Gedenkfeier für die Opfer der SS, die vier Tage vor der Befreiung durch die amerikanische Armee – am 13. April 1945 – an dieser Stelle per Genickschuss ermordet wurden.

Mahnwache mit roten Fahnen und Transparent: »Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!«.

Gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus, für Toleranz und soziale Gerechtigkeit!

Bergisch-Gladbach, 7. November 2015. Ein VVN-Transparent, Fahnen der Linkspartei, der DKP und von der IG BAU. Etwa 40 Menschen finden sich vor der Kirche St. Josef zusammen, einen Katzensprung entfernt von der Stelle, wo auf einer Gedenktafel zu lesen war: »Hier auf dem ehemaligen Gelände des Stellawerkes wurden 1933 durch die SA Kommunisten gefangen gehalten und misshandelt. Jüdische Bürger wurden 1941 hier zwangsinterniert und anschließend in Konzentrationslager deportiert.«

Französische Briefmarke: Brennende Kirche, davor zwei Wehrmachtsoldaten, »Oradour, Juin-1944«.

Vortrag und Diskussion mit Florence Hervé, Autorin und Journalistin am Mittwoch, 30. September um 18.00 h im NS Dokumentationszentrum der Stadt Köln ELDE Haus Appellhofplatz 23-25

»Oradour – Zur Geschichte eines Massakers«

Am 10. Juni 1944 blieb die Zeit in Oradour stehen. Das ruhige Dorf im nordwestlichen Zentralmassiv Frankreichs wurde von der SS-Panzerdivision ‚Das Reich‘ in Schutt und Asche gelegt. 642 Menschen wurden erschossen, verbrannt – die Mehrzahl Frauen und Kinder. Dr. Florence Hervé, mit Martin Graf (Fotos) Herausgeberin eines zweisprachigen Bildtext- bands zu Oradour, informiert über das Geschehen und über das Versagen der deutschen Justiz (der Hauptverantwortliche SS-General Lammerding, zweimal in Abwesenheit in Frankreich zum Tode verurteilt, konnte als Bauunternehmer in Düsseldorf unbehelligt leben). In ihren Augenzeugenberichten beschreiben Überlebende den Ablauf der Gräueltaten.

Aus Texten namhafter Schriftsteller/innnen wird u.a. zitiert. Über das Gedenken wird berichtet. Mit Bildern und Musikeinspielung.

Bild: »Oradour-sur-Glane F-2« von Eigener Scan, bearbeitet durch Regi51 (beschnitten)
Französische Postverwaltung von 1945. Lizenziert unter PD-Amtliches Werk über Wikipedia



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Das am 14. Sep­tem­ber 1947 in der Wenzeln­berg­schlucht bei Lan­gen­feld er­richtete Mahn­mal dient dem ehren­den Geden­ken der dort am 13. April 1945 von den Nazis ermor­de­ten 71 Menschen, es wurde im Laufe der Jahre mehr­fach verändert.