Zum 10. Todestag am 6. Juni 2018

Porträt Karl Heinz Schröder.

Karl Heinz, in einer Remscheider Arbeiterfamilie im 19. Dezember 1929 geboren, hat als junger Schlosser wie viele andere seines Jahrgangs aus dem zweiten Weltkrieg, den er mit all seinen Schrecken und Bombardierungen seiner Heimatstadt erlebte, den Schluss gezogen: «Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!»

Er hat sich politisch aktiv in der Arbeiterbewegung, der damaligen antifaschistischen Jugendorganisation, der FDJ, in der Gewerkschaftsjugend des DGB und in der Partei der Arbeiterklasse, der KPD, engagiert. Karl Heinz war FDJ-Gruppenleiter, Betriebsjugendsprecher, Mitglied des Ortsjugendausschusses der IG Metall Remscheid, FDJ-Kreissekretär, Landesinstrukteur und ab 1951 Mitarbeiter des Zentralbüros der FDJ und hat so einen beachtlichen persönlichen Anteil an der Entwicklung der fortschrittlichen Jugendbewegung in unseren Land, an den damaligen Bewegungen für die Einheit Deutschlands und gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik.

Als zentraler FDJ-Funktionär hat Karl Heinz der aufgezwungenen Illegalität neue Möglichkeiten für den Kampf junger Menschen für Frieden und Völkerverständigung entwickelt. Sein Anteil an der Entstehung eines wirkungsvollen Bündnisses für die Teilnahme bundesdeutscher Jugendlicher an den Weltfestspielen bleibt ebenso in Erinnerung wie sein späteres initiierendes aktives Wirken an der Entstehung und Entwicklung der bundesdeutschen Ostermarschbewegung.

Gedenkfeier am 19. Mai 2018

Grabstätte mit roten Nelken.

Mit einem stillen Gedenken auf dem Friedhof Leverkusen-Manfort begann am 19. Mai 2018 die Gedenkfeier zum Tag der Befreiung. «Im Gedenken an die in Leverkusen verstorbenen meist osteuropäischen Zwangsarbeiter, die Opfer der Nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden. Allein hier wurden mehr als 200 Erwachsene und 70 Kinder beigesetzt.» steht auf dem Gedenkstein.


Etwa 40 Menschen hatten sich im Volkshaus der Kulturvereinigung Leverkusen eingefunden. Veranstalter waren Kulturvereinigung Leverkusen, NEIN-Initiative Leverkusen und DKP Leverkusen.

Am 8. Mai 1945 hatte die Antihitler-Koalition den deutschen Faschismus besiegt

 Gedenkende. Walborg redet.

Walborg Schröder,  Ehrenvorsitzende der Deutsch- Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V., sprach am 8. Mai 2018, dem Tag der Befreiung, auf dem Friedhof in Leverkusen-Manfort. Wir dokumentieren:

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Kulturvereingung Leverkusen,
der NEIN-Initiative und der Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr e.V.,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

lassen Sie mich mit einem Bild beginnen. Es ist der 8. Mai 1945. Lange Kolonnen sowjetischer Panzer und Lastwagen rollen durch unser Dorf in Sachsen. Wir Kinder, meine Schwester, mein Bruder und ich, im Alter von 10 bis 14 Jahren, stehen am Gartenzaun und freuen uns: jetzt ist der Krieg endlich vorbei, keine Bomben und Tote mehr. Die sowjetischen Soldaten haben uns vom Faschismus befreit. Meine Mutter gibt uns Tulpen aus dem Garten, und wir werfen sie den sowjetischen Soldaten auf ihren Panzern zu.

 Junge Musizierende.

Den Toten zum Gedenken
Den Lebenden zur Mahnung

Am 13. April 1945, kurz bevor die Alliierten das Bergische Land erreichten, wurden von den Nationalsozialisten in einer Schlucht des Wenzelnberges 71 Wider­stands­kämpfer und Zwangsarbeiter verschiedener Gefängnisse der Region ohne Prozess hingerichtet und verscharrt.

Wir tragen nicht die Verantwortung für das, was unsere Vorfahren taten. Aber wir tragen die Verantwortung für das was wir tun, oder auch nicht tun, dass sich so etwas nicht wiederholen kann.

Erinnern
Eine Brücke in die Zukunft

Handzettel: Erinnern.

 

 

KZ Auschwitz
befreit 27.1.1945

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus
Sonntag 28. Januar 2018
14 Uhr
Antoniterkirche
Schildergasse

 

Mahnwache erinnert an die Reichspogrom­nacht
vom 9. November 1938

Gedenkende mit Blumengebinden.

Seit 27 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogrom­nacht vom 9. November 1938, als in vielen deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand ge­steckt wurden. «Der 9. November 1938 ist ein historischer Wendepunkt. Er markiert den Über­gang von der Diskriminierung der deutschen Juden hin zur systematischen Verfolgung und in­dustriellen Ver­nichtung», so Reimund Smollen, Sprecher des DGB im Rheinisch-Bergischen Kreis, «Was mit hasserfüllten Worten begann, endete in einer rassistischen Massenvernichtung.»

27. Mahnwache
in Bergisch Gladbach

11. November 2017, 11:00 Uhr, LerbacherWeg 2 (an der Kirche St. Joseph)

Seit 27 Jahren erinnert in Bergisch Gladbach eine Mahnwache an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938, als in deutschen Städten Synagogen und jüdische Geschäfte in Brand gesteckt und vernichtet wurden. Das Signal für die industrielle Massenvernichtung von Menschen jüdischen Glaubens war gegeben.

DGB Köln-Bonn

 Gedenkende vor dem Mahnmal.

Gedenken auf dem Friedhof
Leverkusen-Manfort

Aus Anlass des Jahrestages der Befreiung vom Hitler-Faschismus gedachten Mitglieder der «Kulturvereinigung Leverkusen» gemeinsam mit der «NEIN-Initiative Leverkusen gegen Faschismus und Diktatur in der Türkei» der in Leverkusen umgekommenen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Ein Vertreter der «NEIN-Initiative» und die Ehren-Vorsitzende der «Deutsch-Russischen Gesellschaft Rhein/Ruhr» hielten die Gedenkreden für die auf dem Manforter Friedhof liegenden über 200 Zwangsarbeiterinnen, Zwangsarbeiter und 70 Kinder, die in ihrer Mehrzahl aus Osteuropa hierhin verschleppt und hier ermordet wurden.

– Nie wieder Faschismus – Nie wieder Krieg! –

Text und Foto: Klaus Müller



 

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Das am 14. Sep­tem­ber 1947 in der Wenzeln­berg­schlucht bei Lan­gen­feld er­richtete Mahn­mal dient dem ehren­den Geden­ken der dort am 13. April 1945 von den Nazis ermor­de­ten 71 Menschen, es wurde im Laufe der Jahre mehr­fach verändert.