Nicht nur Zu­stim­mung

Oberhausen Gedenkhalle.

Ein Beitrag von Otto Marx, Fritz Meinicke und Ramin Rene Sarrafi


Nach der Eröff­nung der neu ge­stal­teten Ober­hau­sener Gedenk­halle gab es nicht nur Zu­stim­mung. Es gab und gibt durch­aus berech­tigte Kritik, wie sie vor allem von Seiten der VVN-BdA geäußert wird.


Die Gedenkhalle diente nie einem Selbst­zweck, ihre Aus­stel­lung war stets der all­ge­mei­nen und po­li­tischen Meinungs­bil­dung ver­pflich­tet und so­mit Gegen­stand der Ge­schichts­politik. In der Aus­stel­lung wur­den die Schul­digen für die fa­schis­tische Dik­ta­tur benannt, der Opfer gedacht und die Frauen, Männer und Jugend­li­chen gewür­digt, die sich in Wider­stands­be­we­gun­gen dem NS-Regime ent­ge­gen­ge­stellt hatten.


Die kleine proletarische Insel am Müggelsee bzw. an der großen Krampe

Poster: Kuhle Wampe oder  Wem gehört die Welt?

Manchmal gerät man auch auf Spuren, indem man sich einfach verläuft. Wenn man auf der Suche nach ein paar raren Sonnenstrahlen auf unbekannten Pfaden in Müggelheim landet und plötzlich vor einem Schild steht »Kleingartenanlage Kuhle-Wampe 1,2 km«.

Sofort kamen Kindheitserinnerungen hoch. Die Erzählungen meines Vaters. Von den vielen Menschen die ihre Miete nicht mehr zahlen konnten. Und sich seit 1913 sich in kleine Lauben »auf Kuhle Wampe« retteten. Von den 6 Monaten in einem kleinen Verschlag hinter der Laube eines Freundes auf dem Zeltplatz Kuhle Wampe. Das war 1942. Er versteckte sich dort vor den Nazis. Wie viele andere Genossen auch. Er erzählte oft den nächtlichen Razzien der Gestapo – von der Angst und dem Hunger. Und dass viele Menschen ohne die Zuflucht »KuhleWampe« den Krieg nicht überlebt hätten.

In Gemeineigentum überführt werden …

Handzettel, rote Druckschrift auf Packpapier: »Der Junker und der Schlotbaron, sie stifteten den Weltbrand an. Den Junker jagde man davon, jetzt kommt der andre auch noch dran! Stimmt mit Ja!«

65. Jahrestag der Volksentscheide in Sachsen und Hessen über die Überführung von Unternehmen und Banken in Gemeineigentum (1946)

  • Volksentscheid in Sachsen am 30.6.1946 mit 77,6 % für die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher
  • Volksentscheid in Hessen am am 1.12.1946 mit 71,9 % für Artikel 41 (Überführung der Grundstoffindustrie und Banken in Gemeineigentum.

In Sachsen, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Hessen gab es im Jahr 1946 Volksentscheide über die Enteignung der Nazi- und Kriegsverbrecher.



Die Zeitung »Neues Deutschland« veröffentlichte am 16. November 1999 eine Liste von 2500 Firmen, die an der Ausbeutung von ZwangsarbeiterInnen beteiligt waren.

Zwangsarbeiterinnen vor Lagerbaracke.

Kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges legte der International Tracing Service (ITS) – ein auf Initiative der alliierten Behörden eingerichteter Suchdienst mit Sitz in Arolsen bei Kassel – ein Verzeichnis nationalsozialistischer Lager und Haftstätten in Deutschland und deutsch-besetzten Gebieten vor. Die dreibändige, insgesamt Über 700 Seiten starke Dokumentation, wurde in den Jahren 1949 bis 1951 erarbeitet. Sie stellt bis heute das umfassendste Lagerverzeichnis des Nazi-Regimes dar.


Schmied am Feuer, lehnt sich zur Frau zurück. Im Vordergrund Amboss. Überschrift: 8 STUNDENTAG. Unterschrift: MAIFEIER 1914.120. Jahrestag des 1. Mai als internationaler Kampf- und Feiertag der Arbeiterbewegung

Am 1. Mai 1890 finden erstmals in mehreren Ländern Europas, darunter Deutschland, Maikundgebungen und Maifeiern der Gewerkschaften und Arbeiterparteien statt – Engels: »Stände nur Marx noch neben mir, dies mit eignen Augen zu sehn«

90 Jahre Märzrevolution in Leverkusen

Am 15. März 1920 traten zehntausende Arbeiter in Stadt und Land Solingen in den Generalstreik, zu denen die damals noch eigenständigen Gemeinden wie Opladen, Wiesdorf, Schlebusch etc. gehörten. Alleine in Opladen versammelten sich 10.000 Arbeiter aus Wiesdorf und Opladen vor dem Landratsamt und forderten die Absetzung des Landrats Adolf Lucas. Die Verhältnisse in Opladen begannen sich erst wieder nach dem Einmarsch britischer Besatzungstruppen zu normalisieren, nachdem Arbeiter versucht hatten das Wiesdorfer Rathaus zu stürmen.

Hintergrund des Generalstreiks war der Kampf gegen den Putsch von faschistischen Militärs am 12. März in Berlin unter Wolfgang Kapp.

Karl Marx:
»Revolutionen sind Lokomotiven der Geschichte«

Von Manfred Demmer in Neue Rheinische Zeitung
US-amerikanische Schnellzuglokomotive (1848)

Unter dem Motto von Karl Marx »Revolutionen sind Lokomotiven der Geschichte« führt die Kulturvereinigung Leverkusen e.V. eine Veranstaltungsreihe zum 160. Jahrestag der Revolution von 1848 durch. In der Einladung an einen Text in der letzten Nummer der »Neuen Rheinischen Zeitung« – die in Köln und darüber hinaus entscheidend an dieser demokratischen Erhebung mitgewirkt hatte – erinnert. Damals hatte die von Karl Marx geleitete Zeitung den Kölnern Arbeitern für ihr aktives Mitwirken an den revolutionären Ereignissen gedankt und erklärt: »...ihr (der Revolution, M.D.) letztes Wort wird überall und immer sein: Emanzipation der arbeitenden Klasse!«

Kulturvereinigung zeigte den Dokumentarfilm »Die Weimarer Republik 1918 – 1933«

Auf einem Dach: Soldaten beim Hissen der Kriegsflagge der Kaiserlichen Marine, März 1920.

Schon zu Beginn des Films kritisierten die leider nur wenigen Zuschauer, dass bei der Darstellung des Ersten Weltkrieges kein Hinweis auf dessen Gründe zu finden waren, dass die Kommentierung an einigen Stellen skandalös ist (z.B. bei der Hungerblockade der Alliierten). Vollkommen schlimm fanden die Zuschauer die Formulierung: »Der deutsche Generalstab schickte Lenin nach Russland«, oder im Zusammenhang mit der »Matrosenmeuterei« die Feststellung, dass die revolutionären Ereignisse die demokratische Entwicklung aufgehalten habe.